Berichte in der Presse

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Bericht Schweizer Familie im Mai 2015
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WOSPI vom 11. Dezember 2013

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Zürich Unterländer vom 5.9.2013

Peter Rindlisbacher ist der einzige Teesommelier im Zürcher Unterland. In  Seminaren bringt er Laien das Teetrinken näher. Der gelernte Koch will ausserdem bald ein eigenes Fachgeschäft eröffnen.

 

Für jeden Menschen gibt es einen geeigneten Tee. Das glaubt zumindest Peter Rindlisbacher. Der Bachenbülacher ist überzeugt, dass jeder auf den Geschmack von Tee kommen kann. «Man muss ihn ja nicht pur trinken. Wenn der Grundgeschmack gefällt, kann man anfangen, mit Zusätzen wie Zucker oder Milch zu experimentieren», erklärt Rindlisbacher.

Der 43-Jährige ist der einzige Teesommelier im Zürcher Unterland und einer von insgesamt gerade mal fünf Teesommeliers schweizweit. «Weinund vielleicht auch Biersommeliers kennen die Leute. Wenn ich sage, dass ich Teesommelier bin, reagieren sie oft erstaunt», erzählt Rindlisbacher.

Der gelernte Koch war jahrelang im Weingeschäft tätig. Aus gesundheitlichen Gründen sah sich Rindlisbacher schliesslich vor einigen Jahren gezwungen, nach Alternativen zum Wein zu suchen. Der Bachenbülacher, der sich bereits zuvor für Tee interessiert hatte, stiess im Internet auf einen Teesommelierkurs im deutschen Bonn und meldete sich an.

Exotischer Teesalat

So wurde Peter Rindlisbacher Anfang 2011 während 100 Unterrichtsstunden zum Teesommelier ausgebildet. Eine vergleichbare Ausbildung gibt es in der Schweiz nicht; «Teekurse schon, aber die sind oft zu abgehoben», weiss Rindlisbacher. Auch deshalb bietet der Sommelier selbst Seminare zum Thema an. «Meine Seminare sind an Laien gerichtet, die einfach mehr über Tee wissen wollen», erklärt der Bachenbülacher.

Rindlisbacher arbeitet Vollzeit, ist daneben in diversen Vereinen tätig. In seine Liebe zum Tee investiert er so viel Zeit wie möglich. Neben den Seminaren unterhält der Sommelier eine Internetseite mit Informationen zum Thema. Ausserdem kreiert Rindlisbacher, der gelernte Koch, gerne Rezepte mit Tee. Er erzählt von Salat aus Teeblättern. «Für Einsteiger ist das aber nicht ideal», meint der Bachenbülacher schmunzelnd.

Rindlisbachers Frau ist mittlerweile selbst ein grosser Teefan. Davon zeugt eine Sammlung bunten Teegeschirrs, welche ein Regal im Wohnzimmer ziert. «Zu sagen, dass auch die Kinder begeistert sind, wäre gelogen», gesteht Rindlisbacher. «Aber wenn wir hier eine Tea Time abhalten mit Sandwiches, Scones und Shortbread, schätzen sie das sehr.»

Mangelndes Teewissen

«Tee trinke ich nur, wenn ich krank bin», zitiert Peter Rindlisbacher einen Satz, den er oft von Teelaien hört. «Tee ist aber auch ein Getränk für Gesunde», betont er. «15 Liter trinkt der Schweizer durchschnittlich im Jahr», weiss Rindlisbacher. Das ist im internationalen Vergleich sehr wenig. Dass die Schweizer zurückhaltende Teekonsumenten sind, spiegelt sich in ihrem Wissen über das Getränk. «Die Leute in meinen Seminaren machen oft grosse Augen, wenn ich über die Zubereitung von Tee spreche», erzählt Peter Rindlisbacher. Denn viele wissen nicht, wie Tee richtig aufgebrüht wird. Oft werde zu heisses Wasser verwendet oder der Tee zu lange ziehen gelassen. «Die Schweizer haben noch zu wenig Flair für losen Tee», meint Rindlisbacher.

Tee-Einsteigern rät Rindlisbacher, sich im Fachgeschäft beraten zu lassen. Dort kann man sich auch erkundigen, wie viel Gramm eines Tees bei welcher Temperatur wie lange ziehen gelassen werden müssen im Idealfall steht das auf der entsprechenden Packung. Teeanfängern empfiehlt der Sommelier, «sicher nicht mit Grüntee» anzufangen. Stattdessen schlägt er Einsteigern «einen Schwarztee, vielleicht aromatisiert», vor. «Da kann man wenig falsch machen.»

Eigenes Geschäft ist geplant

Rindlisbachers private Teesammlung umfasst rund 120 Sorten. Da findet sich auch Spezielles wie Räuchertee oder 25-jährige Sorten. Selbst trinkt Rindlisbacher gerne Oolong, sogenannten blauen Tee. «Es gibt so viele verschiedene Teesorten, und dies alles aus derselben Pflanze, das ist verrückt», staunt der Sommelier.

Rindlisbachers Ziel ist es, bald ein eigenes Teegeschäft zu eröffnen, dies am liebsten zusammen mit seiner Frau, welche ein Nagelstudio betreibt. «Ein Beautea-Geschäft quasi», erklärt Rindlisbacher und lacht. Im Internet kann man bereits Tee beim Sommelier bestellen. Mehr Sorten sollen noch dazukommen. Ein Versuch, Tee auf dem heimischen Balkon anzubauen, ist wegen des hiesigen Klimas leider gescheitert. Aber den Tee selbst zu importieren und «eine eigene Teelinie auf den Markt zu bringen», ist Rindlisbachers Fernziel.

In der Zwischenzeit freut er sich, wenn er den Leuten das Teetrinken näherbringen kann. «Das ist für mich das grösste Kompliment nach einem Seminar, wenn Teilnehmer dank mir die Genusswelt des Tees entdecken», findet Rindlisbacher.

Weitere infos: Mehr Informationen zu Peter Rindlisbacher und zum Teetrinken finden sich auf www.time4tea.ch. Dort veröffentlicht der Teesommelier auch Kochrezepte. Das nächste Basisseminar findet am 20. September von 19 bis 21 Uhr im Café Rorboz in Rorbas statt. Die Teilnahmegebühr, inklusive Verkostung und Häppchen, beträgt 30 Franken. Anmeldungen über das Kontaktformular auf der Internetseite oder per Mobiltelefon, Telefon 079 7700770. (red)


Zürichseezeitung vom 25.10.2011

Bericht in der Zürichsee-Zeitung am 25.10.2011
Bericht in der Zürichsee-Zeitung am 25.10.2011

Eigentlich mag die ältere Frau, die sich in der Jelmoli Gourmet Factory umsieht, keinen Tee. «Furchtbare Bauchschmerzen» seien die Folge, wenn sie es ab und zu doch wieder probiere. Ihr Gegenüber nickt, denkt nach und fragt: «Von welchem Tee sprechen Sie?» Die ältere Dame stutzt. «Spielt das eine Rolle?», fragt sie zurück – und Peter Rindlisbacher lächelt.

Für den freundlichen Mann aus Bachenbülach ist Tee nicht gleich Tee. Er muss es wissen. Rindlisbacher ist einer von vier professionellen Tee-Sommeliers IHK in der Schweiz. Seit kurzem ist er selbstständig und organisiert Seminare, Verkostungen, Schulungen und Events zum Thema. Ab und zu ist er auch als Berater in der Gourmet Factory anzutreffen, das nächste Mal am 19. November.

Den Tee möchte Rindlisbacher «als Erlebnis» vermitteln. «Heute trinken viele Menschen bloss Tee, wenn sie sich krank fühlen», sagt er. Das soll sich ändern. «Ich habe einen Traum: Die Schweiz soll zu einem Tee-Land werden!» Weltweit werden pro Jahr 3,8 Millionen Tonnen Tee geerntet. Doch in der Schweiz ist der Konsum nach wie vor verhältnismässig tief.

Mit seinem Traum wird er im Freundes- und Bekanntenkreis immer wieder belächelt, aber sobald er zu erzählen beginnt, weckt er das Interesse der Leute. Rindlisbachers Geheimnis lautet Leidenschaft. Wenn er über das Heissgetränk spricht, gerät er ins Schwärmen. «Ich beginne meinen Tag mit Tee und beende ihn damit, am Morgen gönne ich mir einen belebenden Schwarztee, am Abend einen beruhigenden Früchtetee oder geschmackvollen Rooibos. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt.» Er selber hat zuhause einen Grundstock von über 80 Teesorten. Auch seine vier Kinder und seine Frau sind mittlerweile vom Tee-Virus angesteckt. Während die Jungen lieber aromatisierte Sorten bevorzugten, lieben Mutter und Vater klassische Schwarz- und Grüntees. Aber die Familie Rindlisbacher trinkt den Tee nicht bloss: Sie verwendet ihn auch zum Kochen – als Gewürz, Bouillonersatz oder Salat.

Peter Rindlisbacher ist eigentlich gelernter Koch, später liess er sich zum Weinfachmann ausbilden. Das Wissen kommt ihm heute zugute. «Wein und Tee haben viele Gemeinsamkeiten», sagt er. Beides sind Genussmittel – aber nicht nur das. «Der Tee kitzelt wie ein guter Wein verschiedene Sinne.» An Tee-Verkostungen klinge es bisweilen wie an Weindegustationen. Mit dem Unterschied, dass es schwieriger sei, die Teearomen zu unterscheiden. «Alles ist viel feiner.» Auch schmecke und rieche der Tee im Gaumen anders als in der Nase. So könne ein raffinierter Grüntee nach frisch gemähtem Heu riechen, im Rachen aber nach saftigem Klee schmecken. Unterschiede im Geschmack ergeben sich auch aus den verschiedenen Zubereitungsformen: ein gedämpfter Tee schmeckt anders als ein gerösteter oder geräucherter.

Neuerdings versucht Rindlisbacher Tee mit Käse zusammenzubringen. «Daraus ergeben sich ganz spannende Kombinationen.» Ein Earl Grey mit Schafskäse: «Ein Gedicht!» Ein Darjeeling – der «Champagner des Tees» – mit einem Kuh-Weichkäse: «Herrlich!»

Rindlisbacher trinkt seinen Tee am liebsten pur. «Milch, Zucker oder Zitrone brauche ich nicht», sagt er. Dem Tee-Kenner ist es aber wichtig, dass er seine Kunden nicht belehrt: «Jeder soll am Ende seinen Tee-Weg selber suchen und finden. Erlaubt ist was gefällt

Der älteren Dame aus der Jelmoli Gourmet Factory gibt er dann aber doch einen kleinen Tipp mit auf den Weg: «Versuchen Sie es doch einmal mit einem leichten Kräutertee.» Der schmecke vorzüglich – und sei dazu noch magenschonend. Die Frau lässt sich überzeugen, packt den empfohlenen Tee ein und zieht zufrieden von dannen.

 

 

Infozeile:

Weitere Informationen bei Peter Rindlisbacher, 079 770 07 70, teesommelier@gmx.ch. Am Samstag, 19. November, wird der Tee-Sommelier in der Jelmoli Gourmet Factory zum Thema «Käse & Tee» persönlich beraten.

 

 

Kasten:

 

Die perfekte Teezubereitung beginnt mit dem Öffnen einer Teebüchse. «Beuteltee trinke ich heute kaum mehr», sagt Tee-Sommelier Peter Rindlisbacher. Der Geschmack «echter» Teeblätter sei um ein vielfaches aromatischer. Anstatt normalen «Hahnenburgers» sollte man bei der Zubereitung das natürliche Mineralwasser «Volvic» verwenden. «Leitungswasser ist oft zu hart», erklärt Rindlisbacher. Alternativ kann man das Wasser auch filtrieren. Wichtig ist im Anschluss die Wassertemperatur. Die richtig dosierten Teeblätter sollten nicht direkt mit siedend heissem Wasser übergossen werden. «Das schadet den Blättern und der Tee wird bitter», erklärt der Profi. Zuerst müsse das Wasser wieder etwas abkühlen(je nach Tee zwischen 60 und 95°C). Überprüfen lässt sich das mit einem Thermometer. Den Tee sollte man dann zwischen 30 Sekunden und drei Minuten ziehen lassen – nicht mehr, ausser Früchte – und Kräutertees die längere Ziehzeiten vertragen. Dabei können die Teeblätter frei im Wasser schwimmen. «Von Teeeiern halte ich nichts», sagt Rindlisbacher. Anschliessend wird die Flüssigkeit mit einem Sieb von den Blättern getrennt und in einen zweiten Krug geschüttet – und fertig ist der Traumtee.

 

 


tabula vom Sommer 2012

Bericht im tabula, Sommer 2012
Bericht im tabula, Sommer 2012

Der Tee-Sommelier Peter Rindlisbacher erlebt gerade in der Einstellung auf den Tee, im Abmessen, Aufbrühen, Ziehen lassen und Abgiessen des Tees eine tägliche Übung, die ihm genau wie der Teegenuss hilft, zur Ruhe zu kommen. „Einen guten Tee herzustellen, da ist man schon mal 15 Minuten beschäftig und findet so die Musse für den Genuss.“ Auch er will keine generellen Zubereitungsregeln für einen guten Tee geben. In seinen Seminaren rät er gerade den Tee-Laien: „Lassen Sie Ihren eigenen Geschmack gelten. Wer Tee mit Milch mag oder mit Kandis, der soll ihn so trinken. Ich mag Tee immer pur, doch vielleicht braucht es Zeit, um den Tee ohne weitere Geschmackszugabe zu geniessen.“ Selbst aromatisierte Tees sind für den Teegenuss-Experten „völlig okay, sie machen den Tee für viele reizvoll. Und ich freue mich über jeden Kursteilnehmer, dem ich einen Tee nahe bringen konnte. Da ist auch ein Schwarztee mit Sahnekaramell absolut legitim.“ Er rät bei der Erst-Expedition ins Tee-Reich mit dem Schwarztee zu beginnen und sich ein Wasserthermometer zuzulegen. „Denn keinesfalls sollte Tee mit sprudelnd kochendem Wasser überbrüht werden. 95 Grad wäre ideal für Schwarztee, für grüne oder weisse Tees, je nach Sorte, bitte auf 60 bis 80 Grad abkühlen lassen.“

Rindlisbacher ist einer von fünf Tee-Sommeliers in der Schweiz „Um hier die Menschen für Tee zu interessieren, mache ich beispielsweise Events zum Thema Käse und Tee. Ein kräftiger Schwarztee gehörte schon immer zum Käsefondue dazu. Ich zeige, dass auch andere Teesorten gut mit Käse harmonieren.“ Die Begeisterung für Tee wächst stetig an, insbesondere unter den natur- und gesundheitsbewussten Menschen. Auch die eigenen vier Kinder im Teenager-Alter sind Tee-Liebhaber - allerdings in Form von süssem Eistee. „Das hat Cola-Qualitäten und positiv daran ist nur, dass die Kinder und Jugendlichen das Wort Tee hören. Immerhin schmeckt ihnen mittlerweile auch ein aromatisierter Rooibos-Tee.“